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Neugraben Online – Wir sind Neugraben

29. Mai 2013

Ist Neugraben nur noch Kaufland?

Die Filiale der Einzelhandelskette hat den Stadtteil für sich eingenommen. Welche Auswirkungen hat das auf unser Einkaufsverhalten?


Die Filiale der Einzelhandelskette hat den Stadtteil für sich eingenommen. Welche Auswirkungen hat das auf unser Einkaufsverhalten?

Das wechselhafte Wetter lässt es zwar nicht ganz vermuten, aber der Sommer steht vor der Tür. Und mit ihm kommt eine wunderbare Vielfalt an Obstsorten. Mein Favorit: Erdbeeren. Also bin ich nach Neugraben gefahren, um mir dort auf dem Wochenmarkt welche zu holen. Vorher musste ich noch in Kaufland ein paar andere Sachen kaufen. Dort sah ich, dass der Discounter Erdbeeren im Moment für etwas mehr als einen Euro anbietet. Das ist schon ziemlich billig, also wird es auf dem Markt wohl auch nicht so teuer sein. Dachte ich. Dort kosten sie in etwa drei mal so viel. Kein Wunder, dass der Wochenmarkt verkleinert werden soll. Kleine Anbieter können bei den niedrigen Preisen von Kaufland einfach nicht mithalten, selbst wenn die Qualität besser ist.

Wenn ihr mal durch die Neugrabener „City” geht und überlegt, wie es dort vor ein paar Jahren aussah, fällt auf, dass dort ein ziemlicher Wandel stattgefunden hat. Überall machen jetzt Geschäfte Pleite, manchmal kommen neue rein, die sich dann aber auch nicht lange halten. Was war schon alles in dem Laden gegenüber vom Optiker Hornung drin? Ich kann mich noch an einen Dolce Vita Laden erinnern, sowie an einen Hörakustiker, eine Apotheke und einen Weinladen. Selbst im SEZ wechseln die Supermärkte: Erst war dort Minimal, dann kam Rewe und jetzt Netto. Nur wenige Läden haben die Zeiten überdauert, und wir reden hier von nicht einmal zehn Jahren. Der größte von ihnen ist Kaufland. Kaufland bildet quasi das Zentrum von Neugraben, fast jeder Neugrabener geht dort regelmäßig einkaufen. Kein Wunder, denn der Laden ist dabei, jegliche Konkurrenz mit extrem niedrigen Preisen zu verdrängen.

Die Frage ist, ob diese schrumpfende Vielfalt ein Problem ist. Wenn wir bei Kaufland alles, was wir brauchen, billig bekommen, ist doch eigentlich alles gut. Doch was ist, wenn man keine möglicherweise mit Pestiziden belasteten Erdbeeren von sonst wo kaufen will, sondern frisches Obst aus der Umgebung? Diese Möglichkeit würde einem dann genommen werden.

Außerdem hat man ja bereits in den Medien erfahren, die Arbeitsbedingungen bei Kaufland seien schlecht, um die Kosten zu drücken. Zwar hat mir ein Freund, der in der Filiale in Neugraben gearbeitet hat, berichtet, dass die Arbeitsbedingungen gar nicht so schlecht wären und die Bezahlung sogar sehr gut sei.
Allerdings ergeht es den Leiharbeitern von Osteuropäischen Subunternhemen nicht so gut. Sie arbeiten unter schlechten Bedingungen und es wird Geld an Solzialversicherungen vorbeigeschleust. Hierzu gibt es eine passende Reportage.
Bei Amazon gab es deswegen einen Skandal und Boykottaufrufe. Doch sollte das auch bei Kaufland so sein? Woher weiß man denn, dass nicht alle großen Ketten so vorgehen? Einkauf beim Wochenmarkt ist teurer und würde somit Verzicht auf einige Waren bedeuten. Ist es das wert? Das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Fest steht aber, dass man über die Folgen seines Konsums und nicht nur über die Kosten nachdenken sollte.

Riko

Tags: Stadtteil

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